Grundlegende Gesprächstechniken

Blickkontakt herstellen

Wenn ich mit einer Frau spreche, blicke ich ihr fest in die Augen. Erst kurz vor dem Kuss wechsle ich mit dem Blick zwischen ihren beiden Augen hin und her, das erhöht die emotionale Spannung zusätzlich. Ich nutze den Blickkontakt im Gespräch, um die Frau

zu konditionieren. Der Blickkontakt wird um so tiefer und intensiver, je emotionaler und bedeutsamer unser Gespräch wird. Wenn wir über etwas Negatives sprechen, blicke ich weg. Auf diese Weise soll sie »Wegschauen« nach und nach mit »schlechten Gefühlen« verbinden. Und Hinschauen mit guten.

 

Körpersprache einsetzen

Ich achte auf die Körperhaltung der Frau zu Beginn des Gesprächs. Ich drehe mich zu ihr, wenn sie sich mir öffnet. Ist die Frau anfänglich schüchtern, deute ich an, dass ich gleich weitergehen will.

Dazu mache ich beispielsweise einen ersten Schritt weg von ihr, damit sie das Gefühl hat, ich würde gleich wieder gehen. Oder ich setze mich auf die äußerste Stuhlkante.

Viele Männer halten die Hände höher, so dass sie eine Art Barriere zwischen sich und der Frau bilden. Das ist eine ganz natürliche Schutzhaltung, die ich mir abgewöhnt habe.

Wenn ich mit einer Frau rede, versuche ich mich so zu positionieren, dass ich im Mittelpunkt stehe. An der Bar in einem Club achte ich zum Beispiel darauf, dass ich derjenige bin, der auf dem Hocker sitzt. Sie soll zu mir sprechen. Manche Typen stellen sich stundenlang neben eine Frau oder beugen sich zu ihr herunter, so dass sich alle im Club denken: Oh da baggert wieder einer dieser aussichtslosen Gesellen.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs setze ich auf eine dominante Körpersprache und lehne mich zurück. Selbst wenn die Frau nicht bewusst wahrnimmt, dass ich mich vorher zu ihr hin gedreht habe und mich jetzt zurücklehne, ist es dennoch ein kraftvolles, unterbewusstes Signal.

 

Die Rollen festlegen

Letztlich handelt es sich beim Flirt um ein Bewerbungsgespräch. Die Frau bewirbt sich um den Job als Assistentin der Geschäftsführung. Ich bin der Chef. Ich wähle sie aus. Das bedeutet nicht, dass ich ihr nicht zeigen sollte, dass ich ein guter, fürsorglicher und cooler Chef bin. Nur: Ich bin der Chef. Wenn ich nur den geringsten Zweifel daran hege, dass die Frau nicht an mir oder daran interessiert sein könnte, was ich zu sagen habe, wird sie auch nicht interessiert sein. Frauen können Unsicherheit riechen wie Drogenhunde Heroinplatten.

 

Ein Thema anbieten

Ich biete der Frau ein Thema an.

Etwa: »Was war dein schönstes Erlebnis in diesem Jahr?«

Sie: »Ich hatte eine wundervolle Woche beim Spanischkurs in Mexiko.«

Dann gehe ich auf ihre Antwort ein: »Oh mein Gott, ich will schon seit Jahren einen Spanischkurs machen. Ich habe mich mal unsterblich in eine Kubanerin verliebt, wir saßen tagelang nur am Strand und haben Händchen gehalten. Ich Idiot konnte kein Wort sagen. Ich glaube, man kann in keiner Sprache so wunderbar eine Liebeserklärung machen wie auf Spanisch. Hast du im Kurs viel gelernt?«

Das ist die einfachste Struktur: Ich biete der Frau ein Thema an. Damit ködere ich sie und achte darauf, wie stark sie emotional reagiert. Wenn sie einsteigt, also meinen Köder schluckt, dann versuche ich, mich über das Thema mit ihr zu verbinden. Es ist also eigentlich nur die Frage, bei welchem Köder sie anbeißt. Den richtigen Köder auszuwählen ist dem Feingefühl des Anglers überlassen.

Einige Themen, die ich immer wieder gerne im Gespräch aufgreife:

»Warum lieben sich Menschen?«

»Warum gibt es zwei Geschlechter?«

»Können wir unser Denken selber bestimmen?«

»Ich habe eine Ausbildung in ayurvedischer Massage gemacht.«

(Eigentlich alle Frauen wollen gerne massiert werden.)

»Wenn du dich in ein anderes Zeitalter versetzen könntest, wohin würdest du dich wünschen und wer würdest du gern sein?«

Das letzte ist eine Frage, bei der ich erwarten kann, dass sie nach ihrer Antwort fragt: »Und du?«

Dann könnte ich entgegnen: »Ich wäre gerne ein magischer Verführer wie Don Juan, der die Frauen verrückt macht.«

Jeder sollte sich seinen eigenen Köder überlegen. Meine Köder sind nicht zufällig gewählt, es sind Geschichten über Dinge, die ich erlebt habe oder mit denen ich mich wirklich intensiv beschäftigt habe. Es hilft ungemein, wenn ich dazu eine gute Geschichte erzählen kann. Ich kenne unzählige Verse von Molières Don Juan, und ich weiß, dass es sehr gut läuft, wenn das Gespräch auf historische Frauenhelden kommt. Durch die Wahl des Köders behalte ich die Kontrolle über das Gespräch.

 

Die richtigen Fragen stellen

Hier eine Liste von Fragen, die man einer Frau stellen kann und die sie dazu bringen werden, einem eine ganze Palette ihrer Norm- und Wertvorstellungen zu präsentieren. Damit werden Sie eine ganze Menge von Aussagen zu ihrer Persönlichkeit erhalten, die Ihnen wiederum strategische Vorteile im Gespräch sichern.

»Was macht dich glücklich?«

»Was an dir findest du besonders sexy?«

»Wie sehen dich deine Freunde?«

»Welchen Eindruck hast du von mir?«

»Eine besonders schöne Erfahrung aus deiner Schulzeit?«

»Wann in deinem Leben hast du dich besonders gut gefühlt?«

»Erinnerst du dich daran, wie du dich das erste Mal richtig verliebt hast? Wie fühlte sich das an?«

»Wen würdest du gerne in einem Film spielen? Warum?«

»Wie gut kennst du dich selbst?«

»Welche deiner Eigenschaften kennen die wenigsten Leute?«

»Was hast du noch nie jemandem verraten?«

»Was an dir nervt dich am meisten?«

»Was ist das Peinlichste, das dir jemals bei einem Date passiert ist?«

 

Das Thema wechseln

Manchmal gibt es fürchterliche Gesprächsthemen, die sich ziehen wie der Käse auf der Pizza. Sie erzählt über ihre Erlebnisse in der Volkshochschule oder über ihre doofe Freundin Renate. Und ich möchte das Thema wechseln. Was tun?

Wussten Sie, dass der Cappuccino so heißt, weil er an die Farbe der Kleidung von Kapuzinermönchen erinnert? Ich ändere einfach das Thema. Radikal. Das Hirn ist so schnell, dass alte Gesprächsthemen augenblicklich vergessen sind.

 

Mit Komplimenten steuern

Mit einem guten Kompliment kann ich das Gespräch dirigieren. Komplimente sind wichtig, weil sie ein Gespräch auf die nächste Ebene führen können. Deshalb sollten sie in jedem Gespräch ganz automatisch kommen. Ein Kompliment, das ich in jedem Gespräch verwende: »Du bist interessant. Wie heißt du?« Erst wenn ich ihren Namen kenne, wird unser Gespräch persönlicher.

Ein anderes Strukturkompliment, um einen Schritt weiter zu kommen, kann ein Gespräch beschließen: »Es macht Spaß, sich mit dir zu unterhalten. Wollen wir das Gespräch mal fortsetzen?«

Diese Frage muss nicht erst nach einer Stunde Gespräch kommen. Ich habe auch schon mal eine Frau gefragt, wo die Toiletten sind. Sie hat geantwortet: »Da drüben.« Darauf ich: »Es macht Spaß, sich mit dir zu unterhalten. Wollen wir die Unterhaltung mal fortsetzen?« Sie: »Auf dem Klo?« Ich: »Nein, ich kann nicht reden, während ich ... du weißt schon.«

 

Bildreiche Sprache benutzen

Ein Gespräch kann entweder in die Vergangenheit, in die Gegenwart oder in die Zukunft gerichtet sein. Das verführerische Gespräch spielt in der Zukunft, in ihrer Phantasie. Es ist die Erfüllung ihres Traums von Erotik, Glück und Partnerschaft: »Ich stelle mir gerade vor, wie wir gemeinsam auf einem Boot über den Ozean fahren. Die Gischt spritzt uns ins Gesicht. Die salzige Luft klebt in meinen Haaren. Die Sonne strahlt heiß auf uns herab.«

(Ein alter Otto-Witz geht dann so weiter: »Und du sitzt hinter mir und ruderst.«)

Meine Sprache ist immer sehr bildhaft. Ich verwende eine aktive Sprache voller Verben und detailreicher Beschreibungen. Details sind es, die die Dinge vor unserem geistigen Auge wirklich werden lassen...

Mehr Informationen über "Der perfekte Verführer von Oliver Kuhn", inkl. einiger kostenloser Audioclips, finden Sie hier.